Schachner’s „Vinothek“

Wie auf Tahiti wurde Martin Schachner damals nicht empfangen. Statt umgehängter Blumenkränze regnete es für ihn auf Sylt, der größten nordfriesischen Insel, anfangs Skepsis und Hohn. 1994 landete der gebürtige Steirer mit einem Startkapital von 5000DM und dem Plan, einen Weinhandel in Westerland hochzuziehen. Als er den Direktor der ansässigen Bank um einen 20000 DM hohen Existenzgründungskredit bat, bekam er die saloppe Antwort: „Herr Schachner, sie haben nichts, sie sind nichts und in Zukunft sprechen Sie bitte mit meinen Angestellten! Zur Stammkundschaft des Weinhauses Schachner gehört der Bankdirektor heute wohl kaum.

Was schade ist, denn die Genussoase auf der Bismarckstraße würde ihn milde stimmen. Nachdem Schachner Mitte der Neunziger mit einem ganz normalen Weinhandel gestartet hatte, integrierte er 1999 eine Vinothek, in der über 150 verschiedene Weine glasweise ausgeschenkt werden und erweiterte das Geschäft 2005 nochmals um ein Bistro, in dem Schmankerl wie Brettljause, Käseteller, Trüffel-Flammkuchen oder Spezialitäten wie Kaviar zubereitet werden. Um seiner Expansionswut die Krone aufzusetzen, eröffnete Martin Schachner vor einigen Jahren dem Weinhandel gegenüber einen Feinkostladen mit rund 1000 Artikeln. Wachauer Marillenmarmelade, tasmanischer Pfeffer, Sylter Salz, Beluga-Kaviar und Akazienhonig mit Trüffelaroma finden hier Abnehmer, die sich zuvor meist mit Schachners Weinen aus dem 4000 Sorten starken Sortiment eingedeckt haben.
„Bei den Einheimischen und Touristen liegt die Vorliebe gegenwärtig auf deutschen und österreichischen Gewächsen“, sagt Martin Schachner. Dass er die Weine seiner Heimat nach vorne schiebt, versteht sich für ihn von selbst: „Wofür Sauvignon Blanc aus Neuseeland beschwören? Burgenland und Steiermark machen aus dieser Rebsorte Tropfen vom Feinsten. Im Weinhaus Schachner finden Sabathi, Leberl und andere österreichische Erzeuger reißend Absatz.“ Schachners unmissionatische Art und die Möglichkeit, einen breiten Querschnitt der Weine zu probieren, haben im Laufe der Jahre eine kritische Klientel heranwachsen lassen. Allerdings auch eine, die nach viel Abwechslung verlangt. Sowohl beim Sortiment als auch auf dem Veranstaltungsparkett: So findet über die Weinproben im Geschäft hinaus, wo etwa Imperial-Kaviar zu Champagner auf dem Programm stehen, neuerdings das Wein- und Genussfestival Sylt, statt. Viele Winzer und Feinkosthändler präsentieren ihre Produkte unter der Organisationleitung von Martin SchachnerTagsüber wird an gemütlichen Ständen im Weinhaus Schachner vom Schaumwein bis zur Premium-Schokolade getestet und beraten, abends wird dann in vielen Restaurants feine Kost und Spitzenweine genossen. Ein pfiffiges Konzept, denn beim abendlichen Get-together in dem Strandrestaurant lassen sich zwischen spanischen Sardinen mit Sylter Schwarzbrot und Deichlamm-Rücken die entspannteren Geschäftsgespräche führen.

Das Martin Schachner sich als eine Art „Geburtshelfer“ für die Weinkultur auf Sylt betrachtet, scheint berechtigt. Er kommt nicht nur aus der Gastronomie, machte in Tirol eine Lehre zum Koch und Kellner, arbeitete im Service vom Münchner „Tantris“ und bei Jörg Müller in Westerland, sammelte sein Weinwissen also nicht bei den schlechtesten Adressen. Der Österreicher hat auch ein Händchen für Projekte mit großer Außenwirkung.

Marketingideen gehören für Martin Schachner neben fundierter Fachkenntnis und sensiblem Umgang mit der Klientel zum Erfolgsrezept. Wein, die in Blindverkostungen des Schachner-Teams besonders gut abschneiden, werden in die hauseigene „Kollektion erste Wahl“ aufgenommen und mit einem Etikettenzusatz versehen. Für unterschiedliche Weinkunden eine verlässliche Orientierungshilfe, denn im Boot des Sylter Geschäfts sitzen vier Weinfachberater, die den Friesling vom Pfälzer Philipp Kuhn oder das Nordlicht von Weingut Gerhard Aldinger aus Württemberg blind in die besondere Selektion des Hauses wählen.

„Die Neue Welt läuft bei uns nicht besonders“, sagt Schachner, „ab und an gibt es mal ein kurzes Aufflackern wie zur WM in Südafrika. Das war nach der Fußball-WM aber schnell vorbei. Der Trend geht klar nach Deutschland“. Sogar US-amerikanische Sylt-Touristen kehren ihren Heimat-Tropfen nach einem Abstecher im Inselweinladen den Rücken. Statt eines kalifornischen Chardonnays nehmen sie einen Weißburgunder vom Weingut Walter an der Mosel oder einen Grauburgunder vom Weingut Bamberger von der Nahe mit ins Hotelzimmer. Rund 20 Prozent von Schachners Weinen gehen mittlerweile in die USA und nach Hongkong. Geordert wird nicht nur von Privatkunden aus Übersee, die sich auf Sylt in Alte-Welt-Weine verliebt haben, sondern auch von Händlern jenseits des Atlantiks.
Was wohl geworden wäre, wenn der Steirer sich damals von dem Bankdirektor hätte einschüchtern lassen? „Glaubt mir, die Welt wird euch nichts schenken“, hat mal eine kluge Frau gesagt, „wenn ihr ein Leben wollt, dann stehlt es euch“.

Schachner’s Schmankerltreff ist nicht einfach nur einer der besten Läden für Wein, Champagner, Spirituosen und Feinkost – bei Martin, Snežana und der gut gelaunten Schachner-Crew findet der Genießer weit mehr als „nur“ edle tropfen. Das Sortiment umfasst rund 2.000 Positionen, von denen sich 150 Positionen im offenen Ausschank befinden. „Erlebnisgastronomie“ mit Weinduellen, Weindates, Weinproben, rustikaler Brotzeit und vielem mehr.

Nehmen Sie sich doch ein Stück Sylt mit nach Hause – Seit über 6 Jahren finden Sie auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Weinhauses unser kleines Paradies für Gaumenfreuden: „Feines von der Insel“. Dieses ist liebevoll eingerichtet und enthält eine große Auswahl an feinen Spezialitäten, sowie Wein und Champagner, Accessoires und tolle Schnäppchen zum Vorzugspreis. Besonders gefragt sind hier unsere Wein & Champagnergläser mit dem Sylt-Logo, ebenso wie feiner Trüffel, Kaviar und Nespresso!

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